Medien sinnvoll nutzen für den sicheren und kompetenten Umgang mit dem Internet

Massive Open Online Course an der Universität Hildesheim: Lehrer lernen den Umgang mit Tablets im Unterricht

Nach den online Kursen "Datenschutz bei Facebook & Co" und "Collaborative E-Learning: Gemeinsam Wissen erarbeiten" startet jetzt der MOOC 2015:

Digitales Lernen in der Grundschule – Tablets von Lehrern sinnvoll eingesetzt

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Immer mehr Grundschulkinder bekommen ein Smartphone - ein Trend mit Folgen

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Ob bei der Durchführung von Workshops "Datenschutz und Datenverantwortung" im Auftrag des rheinland-pfälzischen Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in der 4. Klasse oder durch die Berichte der Eltern und Klassenleitung bei Elternabenden im Rahmen des Landesprogramms "Medienkompetenz macht Schule"  -  ein Trend kristallisiert sich klar heraus: Immer mehr Kinder bekommen bereits in der Grundschule ein Smartphone. Damit betreten sie die Welt der mobilen Kommunikation nicht mit einem kindgerechten Einstiegsgerät1, sondern mit einem voll ausgestatteten Computer, mit dem man auch telefonieren kann.

Die Motive der Eltern, ihr Kind mit einem Smartphone auszustatten, sind unterschiedlich. Möglicherweise wird ein älteres Gerät abgegeben, weil man für sich selbst gerne das neuere Modell anschaffen möchte, oder man ist überzeugt, dem Kind etwas Gutes zu tun, denn "alle haben das" und man möchte ja auch nicht rückständig erscheinen. In jedem Fall geht es um die unkomplizierte gegenseitige telefonische Erreichbarkeit und die Möglichkeit, sich Informationen in Form von Textnachrichten zukommen zu lassen - möglichst jederzeit. Ein paar Jahre lang erfüllte das gute alte Handy diese Zwecke.

Nun erobern voll funktionsfähige Smartphones die Schulranzen. Selbstverständlich erfüllt ein solches Smartphone die oben genannten Zwecke. Die Probleme entstehen durch die zusätzlichen Funktionen, die mobile Endgeräte mit sich bringen. Und diese Probleme betreffen unmittelbar eine ganze Klassengemeinschaft, sobald das erste Kind in der Klasse ein Smartphone bekommen hat. Daher ist für Eltern die Geräteausstattung der Klassenkameradinnen und -kameraden genauso wichtig, wie die Ausstattung des eigenen Kindes.

Für die Schul- und Klassenleitung wird oft eine Veränderung im Klassenklima deutlich, sobald die Kinder beginnen, via Smartphone miteinander und übereinander zu kommunizieren - selbst wenn das außerhalb der Schule passiert. In der Regel herrscht auf dem Schulgelände Handyverbot. Das, was in der Freizeit geschieht, strahlt jedoch auf den Umgang miteinander in der Schule aus.

Smartphone- und WhatsApp-Terror

"Terror" ist ein drastischer Ausdruck, trifft meiner Meinung nach allerdings zu in mehrfacher Hinsicht:

Aufmerksamkeit und Zeit

Wurde WhatsApp installiert, beginnt der unkomplizierte und kostenlose Austausch von Nachrichten mit Familie und Freundeskreis. Mit den Kindern aus der Klasse, die ebenfalls ein Smartphone besitzen, werden Gruppen gegründet und viele Smileys, LOLs und Kettenbriefe hin- und hergeschickt. Viele Kinder fühlen sich überfordert von der Nachrichtenflut, können sich aber dem Druck der Erreichbarkeit nicht entziehen. Das führt dazu, dass nachts WhatsApp-Nachrichten hin- und hergeschickt werden, wenn die Kinder die Geräte abends mit ins Kinderzimmer nehmen. Abstand gewinnen vom Alltag am Wochenende ist auch nicht mehr möglich. Die Kommunikationsforschung hat das Phänomen mit dem Begriff "FOMO" (fear of missing out - die Angst, etwas zu verpassen) beschrieben2.

Schnappschüsse, Selfies & Co.

Nachmittags beim Spielen, auf dem Schulweg, trotz Handyverbot auf dem Schulhof, vielleicht sogar heimlich im Unterricht wird fotografiert, gefilmt und aufgezeichnet. Hat Ihr Kind ein Smartphone, hat es möglicherweise bereits gegen Persönlichkeitsrechte und das Recht am eigenen Bild3 verstoßen. Das passiert, sobald es Fotos macht trotz Einspruch der abgebildeten Person, und diese dann noch per WhatsApp weiter verbreitet und/oder bei Facebook oder Instagram hochlädt. Für das Veröffentlichen und Verbreiten von Bildern mit Kindern unter 12 Jahren muss das Einverständnis der Eltern vorliegen3.

Hat Ihr Kind kein Smartphone, ist es möglicherweise trotzdem von diesem Trend betroffen, in dem Fall als abgebildete Person, deren Persönlichkeitsrecht verletzt wurde. Oft wissen die Kinder nicht, dass sie gegen ihren Willen nicht fotografiert werden dürfen und dass das Material nicht ohne Zustimmung der Eltern verbreitet werden darf, und können sich nicht wehren.

Jugendgefährdende Inhalte

Neben der Überforderung durch die Menge der empfangenen Nachrichten, erfolgt eine Konfrontation mit problematische Inhalten, die zum Beispiel via WhatsApp verbreitet werden: Kettenbriefe mit Todesdrohungen4, Videos mit (kinder)pornografischen und gewalthaltigen Inhalten5 und private erotische/pornografische Aufnahmen, sog. Sexting6. Kinder und Jugendliche können die Inhalte ggf. nicht verarbeiten, sind überfordert und bekommen Angst.

Wenn die Beiträge nach dem Empfang wiederum an eigene Kontakte weiter geleitet werden, macht sich das Kind strafbar durch die Verbreitung von Gewaltdarstellung und Pornografie an Minderjährige oder durch den Besitz und die Verbreitung von kinder- und jugendpornografischem Material5.

Hat Ihr Kind kein Smartphone, ist es trotzdem der Konfrontation mit den problematischen Inhalten ausgesetzt. Die Filme werden abgespielt und herumgezeigt.

Mobbing / Cybermobbing

Mobbing im Internet, sog. Cybermobbing, findet auch mit Hilfe des Smartphones statt. WhatsApp wird als Mobbing-Plattform eingesetzt7 - auch in der Grundschule. Es werden Beleidigungen in Form von Texten und Bildern verbreitet. Ausgrenzung einzelner Kinder erfolgt durch Gruppenbildung. Über die nicht erwünschten Kinder macht man sich in den Gruppen lustig. Gerade diese Gruppendynamik in der Freizeit wirkt sich negativ auf das Geschehen im Klassenverband und das Klassenklima aus.

Hat Ihr Kind kein Smartphone, ist es möglicherweise betroffen durch beleidigende Inhalte, die in den WhatsApp-Gruppen ausgetauscht werden. Außerdem leidet es unter dem schlechten Klima in der Klasse.

Weitere Themen

Es gibt noch einige Aspekte mehr, die man bedenken sollte, wenn man mit dem Gedanken spielt, ein Kind mit einem Smartphone auszustatten. Angefangen bei den Anschaffungs- und Betriebskosten über den Umgang mit Apps, das Verlust- und Infektionsrisiko (Viren und Schadsoftware) und die Überwachung des Surf- und Kommunikationsverhaltens für die verhaltensbasierte Werbung: diese Zusammenhänge sind für Erwachsene schwer nachvollziehbar. Kinder nutzen freimütig alle Möglichkeiten und sind sich der Konsequenzen oft nicht bewusst.

Hinweise für Eltern und Schule

Für Eltern:
Machen Sie sich bewusst, dass auch die Geräteausstattung der anderen Kinder in der Klasse das Klassenklima negativ beeinflussen kann. Überlegen Sie gut, zu welchem Zeitpunkt Sie Ihrem Kind ein Smartphone zur Verfügung stellen.

Für die Klassenleitung / Schulleitung:
Auch bei Handy- und Smartphone-Verbot an der Schule werden Sie die Auswirkungen der Online-Kommunikation der Kinder unter- und übereinander in der Klasse beobachten können.

Nutzen Sie Ihre Schulhomepage und Elternbriefe, um die Elternschaft für das Thema "Geräteausstattung" zu sensibilisieren.

Thematisieren Sie Ihre Beobachtungen bei Elterngesprächen sowie Elternabenden und nutzen Sie Unterrichtsmaterial für die Vermittlung von Medienkompetenz.

Stellen Sie klare, transparente Regeln auf, die den schädlichen Einsatz mobiler Endgeräte in der Schulgemeinschaft regeln.

Überlegen Sie, ob Sie mobile Endgeräte bei Ausflügen und Klassenfahrten zulassen.

Nutzen Sie Elternabende

Sobald das erste Kind in der Klasse ein Smartphone besitzt, beginnt die Spirale "Der/Die hat das auch!" und "Na gut, wenn die das haben, ...". Wenn die Eltern bereits in der 1. Schulklasse beginnen, sich bei regulären Klassenelternabenden zur Mediennutzung der Kinder auszutauschen, können sie gemeinsam beschließen, den Trend nicht leichtfertig und unnötig zu beschleunigen.

Informieren Sie sich und verbreiten Sie rechtzeitig Informationen, die wertvolle Hilfe bei der Auswahl der Geräteausstattung für Kinder liefern.

Medienkompetenz ist Schlüsselqualifikation

Kinder und Jugendliche gehen ganz selbstverständlich und intuitiv mit Handy, Smartphone, Tablet und Computer um. Sie müssen das nicht erst lernen. Sie müssen jedoch aufgeklärt werden über Verhaltensweisen, mit denen sie sich selbst und anderen schaden können. Klare Regeln und Kenntnisse der Gesetze, die die Online-Kommunikation betreffen, müssen bereits Kindern vermittelt werden. An dieser Stelle möchte ich den Handynutzungsvertrag8 von Günter Steppich, Gutenbergschule Wiesbaden, medien-sicher.de, empfehlen.

Die Vermittlung der erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten funktioniert am besten, wenn Eltern und Schule gemeinsam dafür die Verantwortung übernehmen. Eine Übersicht über Portale zur Unterstützung bei der Medienerziehung und der Förderung der Medienkompetenz finden Eltern und LehrerInnen in meiner Materialsammlung "Best of Medienkompetenz".

 

Smartphone ist kein Einstiegsgerät - schauhin.info
   Smartphones für Kinder? - medien-sicher.de

2 FOMO - handysektor.de

3 Die Bilderflut im Netz - klicksafe.de
  Recht am eigenen Bild - klicksafe.de
  Datenschutz im Spiegel neuer Trends und Entwicklungen - klicksafe.de

4 Todesdrohung über WhatsApp - handysektor.de

5 Porno + Gewalt - handysektor.de

6 Sexting - handysektor.de

7 WhatsApp: die Mobbing-Plattform? - handysektor.de

8 Handynutzungsvertrag für Kinder - medien-sicher.de

Kampagne gegen Mobbing und Cyber-Mobbing startet am 11. Juni 2014

Banner "Big March"Kinder, Jugendliche und Erwachsene können mitmachen.

Auch die ganze Klasse kann sich engagieren und ein Zeichen setzen gegen Cybermobbing.

Registrieren, Avatar und Slogan erstellen und mitdemonstrieren beim "Big March" - Europas größter Kampf gegen Mobbing!

Weitere Infos bei klicksafe und http://bigmarch.beatbullying.org/

Banner zum WettbewerbLizzyNet GmbH veranstaltet im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 - Die digitale Gesellschaft - einen Kreativ- und Schreibwettbewerb für Mädchen und Frauen!

Gefragt sind:

Cyber-Märchen, Social-Media-Dramen, digitale Experimente, Essays, Forscherporträts, Anwendungshandbücher für nie dagewesene Apps, ein neues Gesetzbuch für Digitalien, Erfahrungsberichte über eine Woche Handyfasten...

in Form von ...

  • Texten aller Art (Zeichenbegrenzung 6.000 Zeichen inkl. Leerzeichen!)
  • Filmen, Bildern, Collagen und Fotografien
  • Kunstobjekten
  • Hörspielen, Multi-Media-Produktionen, selbstprogrammierten Apps...
  • ... und was euch sonst noch so einfällt.

Autorinnen ab 11 Jahren können mitmachen.

Einsendeschluss: 1. Oktober 2014

BITTE WEITERSAGEN  +++  BITTE WEITERSAGEN +++ BITTE WEITERSAGEN


Alle Infos online bei LizzyNet.de

Wann:  
Samstag, 24. Mai 2014, 10-15 Uhr

Wo:      
Medien sinnvoll nutzen
Schönbornplatz 2
55294 Bodenheim
(bei webgrrl Michaela D. Brauburger)

Facebook hat gerade den 10. Geburtstag gefeiert. Die weltweit über 1,2 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer sorgen für Bewegung im Netzwerk: 1,6 Milliarden Likes und 60 Millionen Bilder pro Tag, so meldet das SocialMedia Institute im SMI-Blog.

Über dieses Netzwerk möchten wir uns speziell im Hinblick auf die berufliche Nutzung und Social Media Marketing austauschen.

  • Für wen und welches Produkt ist Facebook die geeignete Plattform?
  • Wie nutze ich Facebook am effektivsten ohne Geld auszugeben?
  • Wie nutze ich die kostenpflichtigen Werbeinstrumente von Facebook?
  • Wie ist das mit dem Datenschutz?
  • Gibt es Alternativen?

Referentinnen:
Michaela D. Brauburger, Medienpädagogin und Online-Redakteurin
Jana Thiem, Webdesignerin und Autorin 

Personenzahl begrenzt: 8 Teilnehmerinnen

Webgrrls können kostenlos an der Veranstaltung teilnehmen. Nicht-Mitglieder zahlen 25,- Euro.

Anmeldung
Senden Sie eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! , um sich anzumelden!
(Bis spätestens 19. Mai.)

Weitere Infos: http://webgrrls-rheinmain.de

Der Frauennotruf Mainz e.V. wurde letzte Woche vom Landespräventionsrat Rheinland-Pfalz mit dem Landespräventionspreis 2013 für das Projekt „Sicher im Netz – gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt!“ ausgezeichnet. Das Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro für den zweiten Platz dient der Fachstelle zum Thema Sexualisierte Gewalt zur Weiterführung der wichtigen Präventionsarbeit zum Thema Digitale Gewalt.  ...

„Die Präventionsarbeit soll ebenso MultiplikatorInnen wie Lehrkräfte, Eltern und Fachkräfte anderer Einrichtungen miteinbeziehen“, so Michaela Brauburger, die die Seminare für den Frauennotruf anbietet und den Preis entgegennahm. „Gerade für diese ist es besonders wichtig, sich mit im Internet angebotenen Hilfsportalen und Beratungsseiten vertraut zu machen, um einen Überblick über Unterstützungsmöglichkeiten zu erhalten.“

Wir freuen uns über diese wichtige Auszeichnung - und vor allem darüber, dass die Workshops für 2014 nun gesichert sind. Termine werden schnellstmöglich auf dieser Seite und beim Frauennotruf Mainz bekannt gegeben.

Pressemitteilung des Frauennotrufs Mainz (pdf) »

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Sehenswert

Tatort Internet - Herausforderung für Politik, Bildung und Erziehung  »

Beitrag von Frau Dr. Catarina Katzer | Medienpsychologin, Schwerpunkt Internetkommunikation und Medienethik, Köln
Videomitschnitt bei den 15. Karlsruher Gesprächen "Ins Netz gegangen? Google-Kulturen global" (2011)


Frauennotruf Frankfurt: Videoclip "Folgenschwer"

Für die Präventionsarbeit zum Thema Digitale Gewalt. Inhalt: Eine junge Frau geht alleine aus und tanzt ausgelassen in einer Disco. Sie lernt einen attraktiven jungen Mann kennen und geht mit ihm nach Hause...


Internet Danger Video

Anbahnung von sexuellem Missbrauch im Chat - Einblick in Täterstrategie und Handlungskompetenz


netzdurchblick.de: "Check dein Profil, bevor es andere tun"

Humorvoller Beitrag zum Thema "Digitale Spuren"

 


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SID 2018
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